Wie werden jahrhundertealte Gemälde erhalten? Was passiert, wenn ein wertvolles Kunstwerk beschädigt wird? Und wie lassen sich historische Möbel reparieren, ohne ihre Geschichte zu verändern? Beim Europäischen Tag der Restaurierung im Schloss Bad Homburg können Familien einen Blick hinter die Kulissen werfen und den Fachleuten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Unter dem Motto „Ganz nah dran!“ öffnen die Restaurierungswerkstätten ihre Türen. Besucher erfahren, wie historische Kunstwerke und Gegenstände untersucht, gepflegt und für kommende Generationen bewahrt werden.
Restaurierungswerkstätten öffnen ihre Türen
Normalerweise bleiben die Werkstätten des Schlosses für Besucher geschlossen. Am Aktionstag zeigen Restauratorinnen und Restauratoren, woran sie gerade arbeiten und welche Werkzeuge und Techniken sie dafür benötigen.
Dabei geht es unter anderem um Gemälde, historische Möbel, Holzobjekte und Textilien. Familien können entdecken, wie selbst kleinste Details untersucht werden und welche Rolle Lupen und Mikroskope dabei spielen.
Die Fachleute erklären ihre Arbeit und beantworten Fragen. So erfahren auch Kinder, warum manche Gegenstände besonders vorsichtig behandelt werden müssen und weshalb die Restaurierung häufig viel Geduld erfordert.
Vom Kaiserzimmer bis zur historischen Turmuhr
Ein besonderer Einblick erwartet die Besucher bei der Rekonstruktion des Arbeitszimmers von Kaiser Wilhelm II. aus seinem niederländischen Exil in Huis Doorn. Die Schreinerei und die Restaurierungsabteilung arbeiten gemeinsam daran, den historischen Raum für eine geplante Ausstellung nachzubilden.
Auch die alte Turmuhr des Schlosses spielt eine Rolle. Bei kurzen Führungen wird erklärt, wie die Uhr funktioniert und warum solche Turmuhren früher den Tagesablauf einer ganzen Stadt bestimmten.
Weitere Führungen beschäftigen sich mit den kunstvoll bemalten Lacktafeln der Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg.
Workshops für Jugendliche ab 15 Jahren
Wer selbst ausprobieren möchte, wie Restaurierung funktioniert, kann an verschiedenen Workshops teilnehmen. Dabei lernen Jugendliche und Erwachsene beispielsweise, wie beschädigte Gemälde farblich ergänzt, Holzoberflächen ausgebessert oder zerbrochene Glasobjekte zusammengesetzt werden.
Auch Blattvergoldung und die Restaurierung historischer Textilien stehen auf dem Programm.
Wichtig: Die Workshops sind erst ab 15 Jahren geeignet. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, und eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Einzelne Angebote sind bereits ausgebucht.
Eintritt und Anmeldung
Der Europäische Tag der Restaurierung ist kostenlos. Für den Besuch der offenen Werkstätten ist keine Anmeldung erforderlich.
Für die einzelnen Workshops und Führungen werden kostenlose Tickets beziehungsweise vorherige Anmeldungen benötigt. Die verfügbaren Plätze könnt ihr über die Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen prüfen.
Altersempfehlung
Die Veranstaltung richtet sich laut Veranstalter auch an Kinder und Jugendliche. Eine allgemeine Altersgrenze für die offenen Werkstätten gibt es nicht.
Aus redaktioneller Sicht eignet sich der Besuch besonders für interessierte Kinder ab etwa acht Jahren, die gerne wissen möchten, wie Dinge funktionieren und wie historische Gegenstände erhalten werden.
Die praktischen Workshops sind ausdrücklich erst ab 15 Jahren zugelassen.
Anfahrt zum Schloss Bad Homburg
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Vom Bahnhof Bad Homburg erreicht ihr die Innenstadt und das Schloss mit verschiedenen Buslinien oder zu Fuß. Der Weg führt durch die Innenstadt zum Schlossgelände.
Anreise mit dem Pkw
Das Schloss liegt am Rand der Bad Homburger Innenstadt. Öffentliche Parkmöglichkeiten gibt es unter anderem in den Parkhäusern der Innenstadt. Von dort erreicht ihr das Schloss zu Fuß.





