IM TIEFENRAUSCH. Film unter Wasser

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Deutsches Filmmuseum
Event-Termine:
Eintritt: Erwachsene: 9 Euro / Ermäßigt: 6 Euro / Familienticket für bis zu 2 Erwachsene und 2 Kinder (über 6
Wo:
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
65936 Frankfurt am Main

Ausstellung vom 1. Juli 2022 bis 8. Januar 2023

 

Geheimnisvolle Wracks und bezaubernde Meerjungfrauen, freundliche Delfine und weiße Riesenhaie, besessene Tiefseetaucher:innen und tollkühne U-Boot-Kapitäne – schon früh hat der Film die fantastischen Welten und Wesen, die unter der Wasseroberfläche lauern, für sich entdeckt. Das Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkelheit, Oberfläche und Tiefe, Leben und Tod, das Filmemacher:innen immer wieder ins Wasser abtauchen lässt, lotet die Ausstellung IM TIEFENRAUSCH. Film unter Wasser anhand zahlreicher kunstvoll gestalteter Filmkompilationen aus. Im Fokus steht dabei die Ästhetik der Unterwasserbilder, ihr visueller und akustischer Reichtum. Der Ausstellungsraum verwandelt sich in ein blau schimmerndes Bewegtbild-Aquarium, das die zentralen Motive und Themen des Unterwasserfilms sinnlich erfahrbar macht. Ein ausdifferenziertes Zusammenspiel von Bewegtbild, Licht und Ton schafft einen audiovisuellen Erlebnisraum, der den Titel zum Programm macht: Die Besucher:innen werden in einen Rausch versetzt und halten den Atem an, wie die tauchenden Filmfiguren auf den sie umgebenden Leinwänden.

 

Die Ausstellung

 

Von Beginn an hat der Film das Urelement Wasser für sich entdeckt. Einer der allerersten Filme überhaupt, ROUGH SEA AT DOVER (GB 1895, Regie: Birt Acres, Robert W. Paul), zeigt gewaltvoll an einem Pier brechende Wellen. Die Bewegung des Wassers wurde in bewegten Bildern festgehalten. Ein früher Beleg, dass sich der Film wohl besser als alle anderen Künste dazu eignet, die Kraft und Faszination des flüssigen Elements einzufangen. Mobilis in mobili – Beweglich im beweglichen Element: So lautet auch das Motto von Jules Vernes Romanfigur Kapitän Nemo, dessen Abenteuer in 20.000 Meilen unter den Meeren (1870) eine willkommene Vorlage für die Filmpioniere Anfang des 20. Jahrhunderts darstellten. Auf Georges Méliès trickreiche Adaption von 1907, in der die Unterwasserwelt noch als Pappkulisse im Studio entstanden war und durch ein Aquarium mit Fischen hindurch aufgenommen wurde, folgte 1916 mit 20,000 LEAGUES UNDER THE SEA (USA 1916, Regie: Stuart Paton) der erste Spielfilm, in dem ein speziell entwickeltes Kamerasystem von John Ernest Williamson echte Unterwasseraufnahmen präsentierte, und damit äußerst erfolgreich ein großes Publikum verzauberte.

 

Das Begleitprogramm

 

Während in der Ausstellung selbst die sinnliche Erfahrung im Vordergrund steht, wird das Begleitprogramm mit Führungen, Workshops, Filmreihen, Vorträgen und Diskussionsrunden eine thematische Vertiefung und Ergänzung ermöglichen und den Film unter Wasser auch unter (film)technischen, (natur)wissenschaftlichen, (kunst)historischen und ökologischen Gesichtspunkten betrachten.

 

Ein zentraler Kooperationspartner für diese interdisziplinären Diskurse ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit ihrem wissenschaftlichen Team wird in Kinogesprächen unter anderem erörtert, wie Filme zur öffentlichen (negativen) Wahrnehmung einzelner Meerestiere beitragen – sind Haie wirklich so gefährlich, wie sie in JAWS (Der weiße Hai, USA 1975) dargestellt werden? –, inwiefern die Kommunikation zwischen Menschen und Meerestieren im Film, von FLIPPER (USA 1963) bis FREE WILLY (USA 1993), der Realität entspricht, oder welche Kuriositäten die Evolution am tiefsten Meeresgrund hervorgebracht hat und ob diese wirklich so „außerirdisch“ anmuten, wie es Science-Fiction- und Horrorfilme seit der CREATURE FROM THE BLACK LAGOON (Der Schrecken vom Amazonas, USA 1954) vermitteln.

 

Neben dem Austausch über biologische Themen und der Diskussion aktueller ökologischer Problemfelder wie Klimawandel, Artensterben und die Zerstörung maritimer Lebenswelten wird auch der Dialog mit Kunsthistoriker:innen gesucht. Dafür kooperiert das DFF mit dem Museum Wiesbaden, das zeitgleich eine Kunstausstellung über Wasser im Jugendstil zeigt. Das Ziel ist ein fachübergreifender Blick auf die zahlreichen Mythen, die sich um das Wasser ranken, insbesondere die verschiedenen Varianten der „Wassergeister“ und „Wasserfrauen“, von Meerjungfrauen über Sirenen bis hin zur UNDINE (DE 2020).

 

Geplant ist zudem eine Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, deren Studierende für die musikalische Live-Untermalung eines Unterwasser-Stummfilms sorgen werden. Töne stehen auch im Zentrum einer Sonderveranstaltung zum Sound Design von Unterwasserszenen. Als Gast ist die libanesische Filmemacherin Rana Eid eingeladen, die für die Ausstellung eine besondere Toninstallation anfertigt.

 

Darüber hinaus findet vom 6. bis 13. Oktober im DFF das Filmfestival LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans statt und wird in seinem Programm ebenfalls auf den Tiefenrausch Bezug nehmen: Unter anderem wird sich eine Schulklasse umfassend mit einem Unterwasserfilmklassiker auseinandersetzen und diesen im Kino vorstellen, und eine Kurzfilmrolle wird Unterwasserfilmhighlights aus den vergangenen Festivaljahren präsentieren.

 

Weitere Kinoveranstaltungen sowie Führungen und Workshopformate für unterschiedliche Altersgruppen sind in Planung. Viele davon werden in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Senckenberg Naturmuseum entwickelt.

 

Textquelle und weitere Infomationen zu dieser Veranstaltung: https://www.dff.film/ausstellung/im-tiefenrausch-film-unter-wasser/

IM TIEFENRAUSCH. Film unter Wasser
Veranstaltungsort
August 2022
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