19.02.2026 - 18:48 Uhr
| Teenager, Gesundheit
von Patricia Mueller
Knoten im Bauch, Gerümpel im Kopf, Vulkan in der Brust: Viele junge Menschen in Frankfurt am Main erleben psychische Belastungen und bleiben damit oft zunächst allein. Um frühzeitig Unterstützung anzubieten, startet das Gesundheitsamt Frankfurt den FORT-Beratungsbus.
Dorthin kommen, wo junge Menschen sind
Der FORT-Beratungsbus kommt dorthin, wo Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt unterwegs sind: auf Schulhöfe, in Parks und an Jugendzentren. Das Angebot ist kostenlos, vertraulich und ohne Voranmeldung nutzbar. Auf Wunsch kann die Beratung auch anonym erfolgen.
„FORT“ steht für „FRAME vor Ort“ und ist Teil des Projekts „Frankfurt Mental Health (FRAME)“. Ziel des Projekts ist es, die psychische Gesundheit junger Menschen zu stärken, über Hilfsangebote zu informieren und den Zugang zu professioneller Unterstützung niedrigschwellig zu ermöglichen – bevor sich Belastungen verfestigen oder psychische Erkrankungen chronisch werden.
Das Angebot richtet sich an alle Frankfurterinnen und Frankfurter zwischen 15 und 23 Jahren, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Lebenssituation.
Neue Wege in der Sozial- und Gesundheitspolitik
Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl erklärt:
„Die Stadt sorgt dafür, dass Menschen nicht mehr nach Hilfe suchen müssen – wir bieten sie aktiv an, direkt im Alltag. Das ist eine echte Zeitenwende in der Frankfurter Sozial- und Gesundheitspolitik. Wir investieren damit in die soziale Balance der Zukunft.“
Auch Prof. clin. assoc. Dr. med. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main, betont den präventiven Ansatz:
„Als Gesundheitsamt wollen wir nicht warten, bis aus ersten Anzeichen handfeste Erkrankungen werden. Der FORT-Beratungsbus bringt Informationen und Beratung dahin, wo junge Menschen sind und macht es leichter, ins Gespräch zu kommen. Genau das ist ein wichtiger Teil moderner öffentlicher Gesundheitsarbeit.“
Frühe Hilfe statt spätes Eingreifen
Konzipiert und aufgebaut wurde FORT im Gesundheitsamt von Dr. Christiane Schlang, Leiterin der Abteilung Psychische Gesundheit, und ihrem Team. Sie weist darauf hin, dass die meisten psychischen Erkrankungen bereits vor dem 25. Lebensjahr beginnen, viele Betroffene jedoch erst spät oder gar keine passende Hilfe erhalten.
„Oft wissen sie nicht, an wen sie sich wenden können. Oder sie denken, sie seien ‚nicht krank genug‘, um Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Schlang. Der FORT-Beratungsbus soll diese Schwelle senken.
Gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt
Wie der Bus aussehen soll, welche Orte er anfährt und welche Angebote er bereithält, wurde gemeinsam mit jungen Menschen aus Frankfurt erarbeitet. „Cool“ und „cosy“ sollte er sein und zugleich die Seriosität des Angebots vermitteln.
Im Bus gibt es Raum für vertrauliche Einzelberatungen sowie Informations- und Mitmachaktionen. Zudem stehen Aufklärungsmaterialien zur Verfügung und bei Bedarf erfolgt die Vermittlung in weiterführende Unterstützungsangebote.
Förderung und wissenschaftliche Begleitung
Gefördert wird FORT von der Crespo Foundation und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
Prof. Christiane Riedel, Vorstand der Crespo Foundation, erklärt:
„Psychische Gesundheit junger Menschen zählt zu den zentralen Anliegen der Crespo Foundation – ganz nach ihrem Motto: Menschen stark machen. Wir unterstützen den FORT-Beratungsbus, weil er zu den jungen Menschen kommt.“
Auch Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, unterstreicht die Bedeutung des Projekts für Frankfurt und die präventive Ausrichtung des Angebots.
Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das unabhängige Institut für Soziale Infrastruktur (ISIS). Es stellt sicher, dass das Projekt wirksam, praxisnah und kontinuierlich weiterentwickelt wird.
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