Experiminta zieht nach Frankfurt-Höchst: Eröffnung für Herbst 2027 geplant
Jetzt steht fest, wie es mit einem der beliebtesten Frankfurter Familienmuseen weitergeht: Die Experiminta bleibt in Frankfurt und zieht in das ehemalige Finanzamt in Frankfurt-Höchst. Das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die Experiminta haben sich auf eine langfristige Lösung verständigt. Der Umzug ist für Herbst 2027 geplant.
Bis dahin könnt ihr das Mitmachmuseum weiterhin am bisherigen Standort in der Hamburger Allee besuchen. Das teilten die Beteiligten am Dienstag, den 15. September 2026, bei einem gemeinsamen Pressetermin in Höchst mit.
Das ehemalige Finanzamt wird zu einem Mitmachmuseum
Das neue Zuhause der Experiminta befindet sich in der Hospitalstraße 16a in Frankfurt-Höchst. Bevor Kinder dort experimentieren, forschen und technische Zusammenhänge ausprobieren können, muss das ehemalige Finanzamt umfassend hergerichtet werden.
Geplant sind unter anderem:
- der Einbau eines Aufzugs
- eine neue, energieschonende Beleuchtung
- angepasste Raumzuschnitte für die Ausstellung
- neue Bodenbeläge
- eine modernisierte Brandmeldeanlage
Der Aufzug ist gerade für Familien mit Kinderwagen sowie für Besucherinnen und Besucher mit eingeschränkter Mobilität eine wichtige Verbesserung. Der Umbau soll bis Herbst 2027 abgeschlossen sein.
Rund zwei Millionen Euro für den neuen Standort
Die Herrichtung und der Bezug der neuen Räume kosten nach Angaben des Landes Hessen rund zwei Millionen Euro. Das Land finanziert die Summe zunächst vor. Die Refinanzierung erfolgt über eine zusätzliche Investitionsmiete während der 20-jährigen Laufzeit des Mietvertrags.
Zudem erhält die Experiminta auch in Höchst eine vergünstigte Miete. Eine solche Unterstützung bekommt das Museum bereits seit seiner Eröffnung im Jahr 2011. Für die Experiminta bedeutet der langfristige Vertrag vor allem Planungssicherheit. Workshops, Ausstellungen und Bildungsangebote können damit über den Umzug hinaus weiterentwickelt werden.
Warum die Experiminta die Hamburger Allee verlassen muss
Der Umzug wurde notwendig, weil das derzeit genutzte Gebäude in der Hamburger Allee 22–24 nicht dauerhaft als Museumsstandort erhalten werden kann. In den Untergeschossen bestehen laut der aktuellen Pressemitteilung massive Feuchtigkeitsschäden.
Eine Sanierung wäre mit hohem Aufwand verbunden und ließe sich nicht während des laufenden Museumsbetriebs umsetzen. Da das Land Hessen keinen eigenen Bedarf für das Gebäude hat und eine Sanierung als unwirtschaftlich einstuft, gibt es den bisherigen Standort auf.
Die Nachricht über das Ende des Mietverhältnisses hatte im Sommer 2025 zunächst viele Fragen ausgelöst. Ein Mitmachmuseum lässt sich schließlich nicht in beliebige Büroräume verlegen. Die Experiminta benötigt ausreichend Platz für große Versuchsaufbauten, Workshops, Schulklassen und zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Nach mehreren Monaten intensiver Gespräche fiel die Entscheidung nun auf das ehemalige Finanzamt in Höchst.
Bis zum Umzug bleibt die Experiminta geöffnet
Für eure Familienplanung wichtig: Die Experiminta bleibt bis zum Umzug an der Hamburger Allee geöffnet. Das gilt nach Angaben des Landes, solange sich der Zustand des Gebäudes nicht wesentlich verschlechtert.
Ihr müsst also nicht bis 2027 warten, wenn eure Kinder die Ausstellung besuchen möchten. Die Experimente, Workshops und Veranstaltungen finden vorerst weiterhin am bekannten Standort statt. Über den genauen Termin für den letzten Öffnungstag in der Hamburger Allee und die Eröffnung in Höchst informieren die Beteiligten zu einem späteren Zeitpunkt.
Rund 200 Versuchsstationen für kleine und große Forschende
Die Experiminta ist seit 2011 ein fester Bestandteil der Frankfurter Museumslandschaft. An rund 200 Versuchsstationen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mathematische, technische und naturwissenschaftliche Phänomene selbst untersuchen.
Hier geht es nicht darum, Exponate nur aus der Entfernung anzusehen. Eure Kinder dürfen anfassen, ausprobieren und wiederholen. Sie erfahren beispielsweise, wie Kräfte wirken, Licht und Farben entstehen oder technische Konstruktionen funktionieren. So werden Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik verständlich, ohne dass sich ein Museumsbesuch wie eine Schulstunde anfühlt.
Neben der Dauerausstellung gehören Workshops, Sonderausstellungen, Science Shows und Schnupperflüge im Flugsimulator zum Angebot. Mit Projekten wie „Experiminta on Tour“ erreicht das Museum Kinder und Jugendliche auch außerhalb des eigenen Hauses.
Eines der beliebtesten Museen Frankfurts
Jährlich besuchen etwa 125.000 bis 130.000 Menschen die Experiminta. Damit zählt sie zu den meistbesuchten Museen der Stadt. Familien, Schulklassen und Kindergruppen stellen einen großen Teil des Publikums.
Getragen wird das ScienceCenter auch durch viel ehrenamtliches Engagement. Unterstützung erhält es vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt, verschiedenen Stiftungen und Unternehmen aus der Region. Als außerschulischer Lernort ergänzt die Experiminta den Unterricht durch praktische Erfahrungen, bei denen Kinder selbst Lösungen suchen und Versuche verändern dürfen.
Für Geschäftsführerin Dr. Andrea Gassmann schafft der Standort in Höchst die notwendige Sicherheit für die kommenden Jahre. Besonders für die vielen Kinder, Jugendlichen, Familien und Schulklassen sei es eine gute Nachricht, dass das Museum in Frankfurt bleibe und seine Bildungsarbeit fortsetzen könne.
Was der Umzug für Familien bedeutet
Der Wechsel nach Höchst ist weit mehr als eine neue Adresse. Das Museum erhält Räume, die für seine Arbeit angepasst werden, einen langfristigen Mietvertrag und damit eine gesicherte Zukunft in Frankfurt. Zugleich bekommt der Frankfurter Westen ein großes Bildungs- und Freizeitangebot für Familien.
Wie die Ausstellung in den neuen Räumen angeordnet sein wird und welche neuen Angebote dort entstehen, steht noch nicht fest. Bis zur geplanten Eröffnung im Herbst 2027 bleibt genügend Zeit für Umbau, Umzug und den Aufbau der Versuchsstationen.





