Mainz: Jugendkonferenz lädt 300 Jugendliche zum Mitgestalten ein

Patricia Müller
von Patricia Müller
zuletzt aktualisiert 12.10.2026 - 18:31 Uhr

Mehr Sportmöglichkeiten, bessere Radwege oder neue Treffpunkte für Jugendliche: Wer in Mainz etwas verändern möchte, kann selbst aktiv werden. Bei der fünften Mainzer Jugendkonferenz am 5. November 2026 bekommen bis zu 300 Jugendliche die Gelegenheit, ihre Ideen für die Stadt zu entwickeln und direkt mit Vertretern aus Politik und Verwaltung zu besprechen. Dass aus solchen Vorschlägen tatsächlich etwas entstehen kann, zeigen bereits mehrere Projekte aus den vergangenen Jahren.

Von der eigenen Idee zum konkreten Projekt

Wie soll Mainz in Zukunft aussehen? Was fehlt Jugendlichen in ihrem Alltag und wo wünschen sie sich Veränderungen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendkonferenz. Mitmachen können Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die in Mainz wohnen oder dort zur Schule gehen.

Der Konferenztag beginnt mit einer Einführung in die Kommunalpolitik. Dabei erfahren die Jugendlichen, welche Aufgaben die Stadt übernimmt, wie Entscheidungen zustande kommen und an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden können.

Anschließend entwickeln sie in Gruppen eigene Ideen. Am Nachmittag stellen sie ihre Vorschläge beim sogenannten „Gallery Walk“ Vertretern aus Politik, Verwaltung und weiteren Einrichtungen vor. Daraus können Projektgruppen entstehen, die ihre Vorhaben anschließend gemeinsam mit erfahrenen Ansprechpartnern weiterentwickeln. Für die Umsetzung ist ein Zeitraum von einem Jahr vorgesehen.

Basketballanlage und Handy-Ladestation: Was Jugendliche bereits erreicht haben

Dass die Jugendkonferenz mehr ist als eine Sammlung guter Ideen, zeigen die Ergebnisse der vergangenen Jahre. Seit dem Start 2022 haben insgesamt 1.041 Jugendliche aus 24 Schulen teilgenommen.

Auf Initiative junger Menschen entstand beispielsweise im Mainzer Volkspark eine neue Calisthenics- und Basketballanlage. Im Jugendzentrum Bretzenheim wurde eine solarbetriebene Sitzbank aufgestellt, an der sich Mobiltelefone mit Sonnenenergie aufladen lassen.

Auch für den Umweltschutz haben sich Jugendliche engagiert. Bei der Müllsammelaktion „Rein am Rhein“, die aus der ersten Jugendkonferenz hervorging, sammelten rund 150 Kinder und Jugendliche sechs Wochen lang Abfälle. Eine weitere Aktion im Jahr 2025 brachte sogar rund 300 Teilnehmende zusammen.

Andere Gruppen beschäftigten sich mit dem öffentlichen Nahverkehr. Bei einem Austausch mit der Mainzer Mobilität berichteten Jugendliche von ihren Erfahrungen mit Bussen und Bahnen und sprachen unter anderem das bargeldlose Bezahlen an.

Weitere Projekte sind bereits in Planung

Auch Ideen aus jüngeren Jugendkonferenzen werden derzeit weiterverfolgt. So setzen sich Schülerinnen und Schüler für zusätzliche Fahrradabstellplätze an ihrer Schule ein. Außerdem sollen im Volkspark und auf dem Goetheplatz sogenannte Sportboxen entstehen, aus denen sich Bälle und Trainingsgeräte ausleihen lassen.

Nicht jeder Vorschlag kann sofort umgesetzt werden. Die Jugendlichen erhalten jedoch Unterstützung durch Projektpaten aus verschiedenen Einrichtungen, der Verwaltung und der Politik. Sie begleiten die Gruppen und helfen dabei, Möglichkeiten zur Umsetzung zu finden.

Jugendliche sollen früher mitreden können

Die Mainzer Jugendkonferenz wurde 2022 ins Leben gerufen, um junge Menschen stärker an Entscheidungen zu beteiligen, die ihren Alltag betreffen. Kinder- und Jugenddezernentin Jana Schmöller möchte dabei möglichst viele Jugendliche aus unterschiedlichen Schulformen und Lebensbereichen erreichen. Besonders angesprochen werden sollen auch jüngere Schülerinnen und Schüler, die sich bisher noch nicht politisch oder gesellschaftlich engagiert haben.

Die Stadt reserviert deshalb die Hälfte der insgesamt 300 Plätze für achte Klassen verschiedener Schularten. Die übrigen Plätze stehen für individuelle Anmeldungen zur Verfügung.

Für die Jugendlichen bietet die Konferenz die Möglichkeit, demokratische Prozesse unmittelbar kennenzulernen. Sie können eigene Interessen vertreten, gemeinsam Lösungen entwickeln und erleben, welche Schritte notwendig sind, damit aus einer Idee ein konkretes Projekt wird.

Anmeldung noch bis zum 29. Oktober möglich

Die fünfte Mainzer Jugendkonferenz findet am Donnerstag, 5. November 2026, von 9 bis 14 Uhr im Bürgerhaus Hechtsheim statt. Teilnehmen können Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die in Mainz wohnen oder eine Mainzer Schule besuchen.

Wer mitgestalten möchte, kann sich noch bis zum 29. Oktober 2026 anmelden. Die Teilnahme bietet die Gelegenheit, eigene Wünsche für Mainz einzubringen und gemeinsam mit anderen Jugendlichen an der Zukunft der Stadt zu arbeiten.

Weitere Informationen und Anmeldung: Jugendkonferenz Mainz

 

 

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