Zwei Große Ameisenbären sind im Ukumari-Land eingezogen

Ein klein wenig neidisch ist Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch bei diesem Wetter schon auf die Neuankömmlinge im Ukumari-Land: „Bei der Hitze wäre eine 60cm lange Zunge doch perfekt für ein richtig großes Eis“. Ansonsten sind Niekisch und das gesamte Team vom Zoo glücklich darüber, dass nach 23 Jahren endlich wieder zwei Große Ameisenbären in Frankfurt zu sehen sind. Die beiden Tiere, die noch etwas schüchtern sind und sich deshalb auch beim Pressetermin kaum gezeigt haben, gehören einer faszinierenden wie kuriosen Spezies an: Ameisenbären haben keine Zähne aber dafür die bereits erwähnte, bis zu 60 cm lange Zunge, sie laufen auf den Handrücken und decken sich zum Schlafen mit ihrem üppig behaarten Schwanz zu – Große Ameisenbären sind so kurios wie eindrucksvoll. Viel Interessantes lässt sich über die imposanten Insektenfresser erzählen.

Die eineinhalb Jahre alte INES kam Mitte Mai aus dem Zoo Zlín-Lešná in Tschechien nach Frankfurt. Mit 16 Kilogramm ist sie nur halb so groß und schwer wie ihr neuer Gefährte FALIN, der ebenfalls Mitte Mai aus dem Kölner Zoo nach Frankfurt übersiedelte. „Aber auch FALIN ist mit seinem einen Jahr und vier Monaten noch lange nicht ausgewachsen. Große Ameisenbären können inklusive dem imposanten Schwanz bis zu 230 cm lang und bis zu 52 Kilogramm schwer werden“, erklärt Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch.

Die ersten Wochen in Frankfurt haben die beiden hinter den Kulissen im Ukumari-Land in nebeneinanderliegenden Gehegen verbracht. Sie konnten sich hören und riechen und durch einen Schieber Kontakt zueinander aufnehmen. So konnten sie sich langsam aneinander gewöhnen. Ihre große Freianlage werden sie allerdings zunächst nicht teilen, sondern sozusagen in Schichten nutzen. Ameisenbären sind grundsätzlich Einzelgänger, in Zoos kann man sie aber auch gut als Paar halten. Das ist auch in Frankfurt das Ziel, allerdings erst dann, wenn die Tiere ausgewachsen und für die Zucht bereit sind. Das wird noch einige Monate dauern. Bis dahin werden ihnen in der warmen Jahreszeit die Brüllaffen auf der Außenanlage Gesellschaft leisten.

Große Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) leben ursprünglich in Mittel- und Südamerika. Sie sind die größten Vertreter der Ameisenbären. Die kleineren Verwandten, die schwarz-weiß-gezeichneten Tamanduas, kann man im Grzimekhaus des Frankfurter Zoos beobachten. „Laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt der Große Ameisenbär als gefährdet. Lebensraumverlust, Buschbrände, die Jagd und der Autoverkehr lassen die Bestände seit Jahren schrumpfen. In manchen Regionen seines Verbreitungsgebiets gilt er bereits als ausgestorben. Wir hoffen daher umso mehr, dass INES und FALIN zu gegebener Zeit Nachwuchs bekommen und so zur Arterhaltung beitragen werden“, so Niekisch.

Ab sofort könnt auch Ihr dem Neuzugang im Frankfurter Zoo einen Besuch abstatten. Mehr Infos rund um den Zoo findet Ihr auch unter: www.zoo-frankfurt.de

 

 

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