Kindertag: Mehr Unterstützung für Mehrkindfamilien

30.05.2026 - 09:50 Uhr | Familie
von Patricia Mueller

Zum Internationalen Kindertag macht der Verband kinderreicher Familien Deutschland (KRFD) auf die Lebensrealität von Kindern in Mehrkindfamilien aufmerksam. Nach Ansicht des Verbands werden die besonderen Herausforderungen dieser Familien bei politischen Entscheidungen häufig zu wenig berücksichtigt – insbesondere wenn es um Bildung, Freizeit und gesellschaftliche Teilhabe geht.

Steigende Kosten belasten Familien mit mehreren Kindern

Ein Schwimmbadbesuch, Musikunterricht, Sportvereine oder Klassenfahrten: Was für viele Kinder selbstverständlich erscheint, wird für Familien mit drei oder mehr Kindern schnell zur finanziellen Herausforderung.

„Ein Schwimmbadbesuch kostet für ein Kind mittlerweile bis zu fünf Euro. Für drei Kinder sind es dann 15 Euro. Musikunterricht, Klassenfahrten, Sportvereine – überall entstehen Mehrkosten, die sich mit jedem Kind addieren“, erklärt Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des KRFD.

Während das Haushaltsbudget begrenzt bleibt, verteilt es sich auf mehrere Kinder. Dadurch sinkt das verfügbare Einkommen pro Kind mit jeder weiteren Geburt – eine Belastung, die nach Auffassung des Verbands in politischen Debatten oft zu wenig Beachtung findet.

Kinder aus Mehrkindfamilien häufiger von Armut bedroht

Der Verband weist darauf hin, dass Kinder aus kinderreichen Familien überdurchschnittlich häufig von Armut bedroht sind. Dies liege nicht zwangsläufig an einem niedrigen Einkommen der Eltern, sondern daran, dass die vorhandenen finanziellen Ressourcen auf mehrere Kinder aufgeteilt werden müssen.

„Ein Kind sollte nicht benachteiligt werden, nur weil es mit mehreren Geschwistern aufwächst. Es sollte genauso ins Schwimmbad gehen können, genauso Musikunterricht nehmen können und genauso an Klassenfahrten teilnehmen können wie ein Einzelkind“, betont Dr. Müller.

Mehrkindfamilienkarte soll Teilhabe erleichtern

Um Familien mit mehreren Kindern gezielt zu entlasten, schlägt der KRFD die Einführung einer bundesweit gültigen Mehrkindfamilienkarte vor. Diese könnte beispielsweise bei Schwimmbädern, Museen oder kulturellen Einrichtungen gelten und Familien einen vergünstigten Gesamteintritt ermöglichen.

Nach Vorstellung des Verbands sollten öffentliche Angebote stärker darauf ausgerichtet werden, allen Kindern den Zugang zu Bildung, Kultur und Freizeit zu ermöglichen – unabhängig von der Anzahl ihrer Geschwister.

Bildung und Freizeitangebote familiengerecht gestalten

Der KRFD fordert Politik und Kommunen auf, bei der Planung von Förderprogrammen und Freizeitangeboten die Situation von Mehrkindfamilien stärker mitzudenken. Bei Familienkarten, Kulturförderung oder schulischen Angeboten müsse die Frage gestellt werden, ob die Kosten Familien mit mehreren Kindern einschließen oder unbeabsichtigt ausschließen.

Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten sei dies ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit.

Internationaler Kindertag: Jedes Kind verdient die gleichen Chancen

Am Ende geht es um eine einfache Frage: Können alle Kinder unabhängig von der Größe ihrer Familie an den gleichen Erlebnissen teilhaben? Ob Schwimmbadbesuch, Vereinsmitgliedschaft oder Klassenfahrt – für Kinder sind es oft genau diese Erfahrungen, die Freundschaften prägen und Erinnerungen schaffen.

Ob Einzelkind oder Teil einer großen Geschwisterrunde: Kinder wünschen sich vor allem, dabei zu sein. Zum Internationalen Kindertag wirbt der Verband deshalb dafür, die Bedürfnisse von Mehrkindfamilien stärker mitzudenken – damit kein Kind auf wichtige Erfahrungen verzichten muss, nur weil die Familie größer ist.

Hintergrund: Verband kinderreicher Familien Deutschland

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) wurde 2011 gegründet und vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund acht Millionen Menschen in Mehrkindfamilien. Als überparteiliches und konfessionell unabhängiges Netzwerk setzt er sich für bessere Rahmenbedingungen für Familien mit drei oder mehr Kindern ein.

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