Der Hanauer Stadtlauf hat sich zu einer festen Größe in der Stadt entwickelt. Dabei geht es nicht allein um Sport. Seit seinen Anfängen verbindet der Benefizlauf Bewegung mit dem Einsatz gegen Gewalt an Frauen und der Unterstützung von Frauenhäusern in der Region. Am Freitag, 18. September 2026, findet der Stadtlauf zum 25. Mal statt. Mit 4.000 angemeldeten Läuferinnen und Läufern ist er ausgebucht.
Unter dem Motto „Stärke zeigen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ führt die rund sechs Kilometer lange Strecke durch Hanau. Wegen der großen Nachfrage wurde die Zahl der Startplätze in diesem Jahr von 3.600 auf 4.000 erhöht. Auch diese zusätzlichen Plätze sind inzwischen vergeben.
Wie der Hanauer Stadtlauf entstanden ist
Die Idee für den Stadtlauf entstand 2001. Frauen aus dem Sport sowie die Frauenbeauftragten der Stadt Hanau und des Main-Kinzig-Kreises wollten gemeinsam auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen und zugleich die Arbeit der Frauenhäuser unterstützen. Der erste Lauf folgte 2002.
Heute wird die Veranstaltung unter anderem vom Frauenbüro der Stadt Hanau, dem Amt für Sozialen Zusammenhalt und Sport, dem Referat für Frauenfragen und Chancengleichheit des Main-Kinzig-Kreises, dem 1. Hanauer Lauftreff sowie dem Sportkreis Main-Kinzig und Stadt Hanau organisiert.
Die Teilnahmegebühr von zwölf Euro wird vollständig zugunsten der Frauenhäuser in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis gespendet.
Mehr als 52.000 Menschen haben bereits teilgenommen
Aus der ursprünglichen Initiative ist im Laufe der Jahre eine große Benefizveranstaltung geworden. Nach Angaben der Veranstalter haben seit Beginn mehr als 52.000 Läuferinnen und Läufer teilgenommen. Mehr als 3.000 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz und über 350 Unternehmen haben den Stadtlauf unterstützt. Insgesamt kamen demnach mehr als 550.000 Euro für Frauenhäuser zusammen.
Zum 25. Stadtlauf wird die Unterstützung erstmals auch unabhängig von einer Teilnahme möglich. Über die Internetseite der Veranstaltung kann direkt gespendet werden. Die Spenden gehen ebenfalls vollständig an die Frauenhäuser.
Warum der Stadtlauf auch Familien betrifft
Frauenhäuser bieten Frauen Schutz, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Viele suchen dort gemeinsam mit ihren Kindern Zuflucht. Für die Familien bedeutet das, einen geschützten Ort zu finden und Abstand von der Gewaltsituation zu bekommen.
Der Hanauer Stadtlauf soll deshalb nicht nur Spenden sammeln. Ein wesentliches Anliegen ist es, ein Thema sichtbar zu machen, das sich häufig im privaten Umfeld abspielt. Die große Zahl der Menschen, die jedes Jahr gemeinsam durch die Stadt laufen, bringt diese Botschaft mitten in den öffentlichen Raum.
Jubiläumslauf am 18. September
Der 25. Stadtlauf beginnt am Freitag um 17 Uhr auf dem Hanauer Marktplatz. Die etwa sechs Kilometer lange Strecke führt über den Freiheitsplatz und durch die Hanauer Vorstadt in Richtung Schloss Philippsruhe. Über die Philippsruher Allee und den Kanaltorplatz geht es zurück in die Innenstadt.
Auch Menschen ohne Startnummer können den Jubiläumstag begleiten. Ab 13 Uhr steht das Spielmobil Augustinchen in der Kölnischen Straße am Marktplatz. Gegen 16 Uhr beginnt das weitere Programm mit Musik und Beiträgen auf der Bühne. Den Startschuss geben um 17 Uhr mit Gabi Ewald und Imke Meyer zwei Gründungsmitglieder des Stadtlaufs.
Wegen der Veranstaltung kommt es am Freitagnachmittag zu Einschränkungen im Straßen- und Busverkehr. Die Tiefgarage am Marktplatz ist von 16 Uhr bis voraussichtlich 18.30 Uhr gesperrt. Auch mehrere Stadt- und Regionalbuslinien sind betroffen.
Ein Anliegen, das nach 25 Läufen geblieben ist
Die Idee von 2001 war, häusliche Gewalt nicht als Angelegenheit zu behandeln, die hinter verschlossenen Türen bleiben sollte. Der Stadtlauf sollte Aufmerksamkeit schaffen und gleichzeitig konkrete Unterstützung ermöglichen.
Daran hat sich beim 25. Stadtlauf nichts Grundsätzliches geändert. Aus der damaligen Initiative ist zwar eine Veranstaltung mit Tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern geworden. Ihr Zweck ist jedoch geblieben: Menschen zusammenzubringen, auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und die Frauenhäuser in der Region finanziell zu unterstützen.






