44 heisse Tage: So plant Frankfurt für die Zukunft

Patricia Müller
von Patricia Müller
zuletzt aktualisiert 14.10.2026 - 09:02 Uhr

Der Sommer ist vorbei, doch seine Folgen beschäftigen Frankfurt weiterhin. Insgesamt 44 heiße Tage wurden zwischen Juni und August 2026 gezählt – viermal so viele wie im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Die hohen Temperaturen haben deutlich gemacht, wie wichtig schattige Plätze, Grünflächen und ausreichend Wasser im Stadtgebiet sind. Die Stadt beschäftigt sich deshalb mit der Frage, wie Frankfurt künftig besser auf heiße Sommer vorbereitet werden kann. Welche Veränderungen dafür notwendig sind, steht am 28. Oktober bei einer öffentlichen Diskussion zur Stadtentwicklung im Mittelpunkt.

Warum sich Frankfurt besonders stark aufheizt

Vor allem in dicht bebauten Stadtteilen können hohe Temperaturen zur Belastung werden. Asphalt, Beton und Hausfassaden speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts nur langsam wieder ab. Dadurch bleibt es in manchen Wohnvierteln auch nach Sonnenuntergang ungewöhnlich warm. Wo Bäume und Grünflächen fehlen, verstärkt sich dieser Effekt.

Für Familien ist das besonders im Alltag spürbar. Spielplätze ohne Schatten, aufgeheizte Schulhöfe und wenig begrünte Wohngebiete können an heißen Tagen nur eingeschränkt genutzt werden. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen.

Mehr Bäume und Trinkbrunnen für Frankfurt

Um Straßen und Plätze auch an heißen Tagen angenehmer zu gestalten, setzt Frankfurt auf zusätzliche Begrünung und mehr Wasser im öffentlichen Raum. Nach Angaben der Stadt wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 5.000 Bäume gepflanzt. Bis 2030 sollen es insgesamt 10.000 werden.

Auch das Angebot an öffentlichen Trinkbrunnen wird erweitert. Derzeit sind 29 Trinkbrunnen in Betrieb, 17 weitere befinden sich in Vorbereitung. Für den Sommer 2027 plant die Stadt außerdem Nebelduschen an besonders heißen Standorten. Sie versprühen feinen Wassernebel und sollen Passanten an heißen Tagen eine Möglichkeit zur Abkühlung bieten.

Daneben sollen befestigte Flächen, wo es möglich ist, aufgebrochen und begrünt werden. So kann Regenwasser besser versickern, während sich die Umgebung weniger stark aufheizt.

Auch Starkregen spielt bei der Planung eine Rolle

Neben hohen Temperaturen berücksichtigt Frankfurt bei der Stadtentwicklung zunehmend auch starke Regenfälle. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen niedergehen, können Straßen, Plätze und Grundstücke überflutet werden.

Bei der Planung neuer Wohngebiete sollen deshalb Grünflächen, wasserdurchlässige Böden und Möglichkeiten zur Speicherung von Regenwasser eine größere Rolle spielen. Solche Maßnahmen können helfen, die Kanalisation bei Starkregen zu entlasten und gleichzeitig die Wasserversorgung von Pflanzen und Bäumen zu verbessern.

Wie soll Frankfurt künftig aussehen?

Wie sich Frankfurt langfristig weiterentwickeln soll, ist am 28. Oktober 2026 Thema einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in der Evangelischen Akademie Frankfurt. Fachleute aus Stadtplanung, Architektur und Landschaftsgestaltung sprechen darüber, wie Straßen, Plätze und Wohnquartiere künftig gestaltet werden können.

Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit heißen Sommertagen, sondern auch um die Lebensqualität in der Stadt. Gerade für Familien sind schattige Spielplätze, begrünte Schulhöfe und gut erreichbare Trinkwasserangebote wichtig. Die geplanten Veränderungen sollen dazu beitragen, dass öffentliche Räume auch bei hohen Temperaturen attraktive Aufenthaltsorte bleiben.

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