Zehn Jugendliche und junge Menschen erhalten in Wiesbaden die Chance auf eine geförderte Berufsausbildung oder betriebliche Umschulung. Möglich macht das eine Zuwendung der Helga Schulz-Zöller-Stiftung aus Mainz: Sie stellt der Wiesbadener Jugendwerkstatt (WJW) insgesamt 540.000 Euro zur Verfügung. Die zehn Plätze werden ab dem 1. September 2026 über zwei Jahre finanziert.
Anders als der Name zunächst vermuten lassen könnte, ist die Wiesbadener Jugendwerkstatt nicht einfach eine einzelne Werkstatt. Die gemeinnützige Gesellschaft der Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt Jugendliche und Erwachsene, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, auf ihrem Weg ins Berufsleben. Berufliche Qualifizierung und Ausbildung bietet die WJW unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk, Gastronomie und Verkauf an.
540.000 Euro für berufliche Perspektiven
Die Förderung der Helga Schulz-Zöller-Stiftung beläuft sich auf insgesamt 540.000 Euro – jeweils 270.000 Euro pro Jahr. Damit können zehn Ausbildungs- oder Umschulungsplätze für Menschen mit sozialer Benachteiligung und/oder individueller Beeinträchtigung finanziert werden.
Ziel ist es, ihnen durch eine berufliche Qualifizierung eine langfristige Perspektive zu eröffnen und den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Zugleich soll das Projekt zur Fachkräftesicherung beitragen, insbesondere im Handwerk.
Wiesbadens Bürgermeisterin Christiane Hinninger sieht in der Förderung deshalb nicht nur eine finanzielle Unterstützung für die Jugendwerkstatt. Sie ermögliche vor allem den betroffenen Menschen eine berufliche Perspektive und sei zugleich eine Anerkennung der Arbeit der WJW.
Ausbildung mit pädagogischer Begleitung
Die Wiesbadener Jugendwerkstatt gibt es bereits seit 1984. Sie begleitet Menschen nicht nur bei der fachlichen Qualifizierung, sondern unterstützt auch ihre persönliche Entwicklung durch intensive pädagogische Betreuung. Gerade für Jugendliche, deren Weg in eine reguläre Ausbildung aufgrund ihrer persönlichen oder sozialen Situation erschwert ist, soll so der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden.
Ein wichtiger Teil der WJW ist die Domäne Mechtildshausen. Dort betreibt die Jugendwerkstatt einen Bio-Bauernhof mit Hofladen und Gastronomie. Insgesamt bildet die WJW nach Angaben der Stadt jedes Jahr bis zu 400 sozial benachteiligte Jugendliche in den Bereichen Landwirtschaft, Handwerk, Gastronomie und Verkauf aus.
Damit verbindet die Einrichtung praktische Ausbildung mit sozialpädagogischer Unterstützung und schafft Qualifizierungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern.
Erstmals Unterstützung durch eine Stiftung
Die neue Förderung hat für die WJW noch eine weitere Bedeutung: Erstmals in der mehr als 40-jährigen Geschichte der Jugendwerkstatt unterstützt neben der Landeshauptstadt Wiesbaden nun auch eine Stiftung die Arbeit der WJW.
Da die finanziellen Spielräume der Stadt als Gesellschafterin aufgrund von Haushaltsengpässen zunehmend begrenzt sind, hatte die Geschäftsführung bereits im vergangenen Jahr in Abstimmung mit Bürgermeisterin Hinninger als Vorsitzender des Aufsichtsrates damit begonnen, sich um zusätzliche Drittmittel zu bemühen.
Mit der Helga Schulz-Zöller-Stiftung konnte nun erstmals eine Stiftung als Förderin gewonnen werden.
Ausbildung soll auch Fachkräfte von morgen sichern
Von der Förderung sollen nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren. Das Projekt verfolgt auch das Ziel, Menschen durch berufliche Qualifizierung dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren und damit zugleich einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten – insbesondere im Handwerk.
Die Helga Schulz-Zöller-Stiftung unterstützt Projekte, die Menschen neue Chancen eröffnen, Bildung fördern und soziale Verantwortung stärken. Ihr Engagement reicht von Stipendien für Studierende über die Unterstützung medizinischer Forschung bis hin zur Hilfe für bedürftige Menschen.






