Erste Hybridschule Hessens entsteht in Frankfurt

Patricia Müller
von Patricia Müller
zuletzt aktualisiert 19.08.2026 - 14:28 Uhr

Unten lernen, oben wohnen: Im neuen Schönhof-Viertel in Frankfurt-Bockenheim entsteht ein ungewöhnliches Bauprojekt. Eine vierzügige Ganztagsgrundschule mit Sporthalle wird mit 134 Wohnungen unter einem Dach kombiniert. Nun wurde Richtfest für die erste Hybridschule Hessens gefeiert.

In Frankfurt-Bockenheim lässt sich derzeit beobachten, wie die knappen Flächen einer wachsenden Stadt künftig anders genutzt werden könnten. Im neuen Schönhof-Viertel baut die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) ein sechsgeschossiges Gebäude, in dem Schule und Wohnungen übereinander Platz finden.

Das Prinzip ist einfach: Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss wird gelernt, ab dem zweiten Obergeschoss gewohnt. Entstehen soll eine vierzügige Ganztagsgrundschule samt Zweifeldsporthalle. Darüber werden 134 Mietwohnungen gebaut, 123 davon öffentlich gefördert.

Jetzt hat das Projekt einen wichtigen Meilenstein erreicht: Gemeinsam mit Vertretern von Land, Stadt und Projektentwicklern wurde Richtfest gefeiert.

Neue Grundschule im Schönhof-Viertel

Die Schule entsteht unmittelbar am zentralen Quartiersplatz des neuen Schönhof-Viertels. Neben den klassischen Schulräumen sind eine Mensa, eine Bibliothek und Musikräume geplant. Diese sollen nicht ausschließlich der Schule vorbehalten bleiben, sondern auch Angebote für die Nachbarschaft ermöglichen.

Der Lernort soll zudem über das Gebäude hinausreichen. Im angrenzenden Park ist ein „Grünes Klassenzimmer“ vorgesehen, das Unterricht im Freien ermöglichen soll.

Damit ist die Hybridschule nicht nur als Grundschule gedacht, sondern als Teil des neuen Quartiers. Das Konzept soll Bildungsangebote, Wohnen und Nachbarschaft miteinander verbinden.

134 Wohnungen entstehen über der Schule

Ab dem zweiten Obergeschoss beginnt der Wohnbereich. Geplant sind insgesamt 134 Mietwohnungen mit 1,5 bis vier Zimmern. Ihre Größen reichen von rund 43 bis 103 Quadratmetern. Damit richtet sich das Angebot sowohl an Singles und Paare als auch an Familien mit Kindern.

Alle Wohnungen sollen über einen Balkon, eine Terrasse oder eine Loggia verfügen. Von den 134 Wohnungen werden 123 öffentlich gefördert.

Für Haushalte mit geringem Einkommen sind nach Angaben der Projektentwickler Mieten von 5,50 Euro pro Quadratmeter vorgesehen. Bei geförderten Wohnungen für mittlere Einkommen sollen die Mieten zwischen 8,50 und 10,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Für die frei finanzierten Wohnungen wird derzeit mit durchschnittlich 17,30 Euro pro Quadratmeter gerechnet.

Land Hessen und Stadt Frankfurt unterstützen den Bau der Wohnungen mit insgesamt rund 22,9 Millionen Euro.

Schule und Wohnungen teilen sich knappen Raum

Das Konzept reagiert auf eine Herausforderung, vor der Frankfurt wie viele wachsende Großstädte steht: Sowohl Wohnungen als auch Schulen benötigen viel Fläche – Bauland ist jedoch knapp.

Statt beide Nutzungen auf getrennten Grundstücken unterzubringen, werden sie bei der Hybridschule vertikal miteinander kombiniert. Oberbürgermeister Mike Josef sieht darin ein Beispiel dafür, wie sich Bildungsinfrastruktur und Wohnungsbau gemeinsam entwickeln lassen.

Auch für Familien könnte das Konzept interessant werden: Wohnen, Schule, Freizeitflächen und Angebote für die Nachbarschaft entstehen in unmittelbarer Nähe zueinander.

Schönhof-Viertel wächst bis 2027

Die Hybridschule ist Teil des neuen Schönhof-Viertels, das die NHW gemeinsam mit Instone Real Estate entwickelt. Insgesamt sollen dort rund 2.000 Wohnungen entstehen.

Herzstück des Quartiers wird ein zentraler Platz, der die Wohnbereiche miteinander verbindet. Die Fertigstellung und Bezugsfähigkeit der 134 Wohnungen über der Schule ist für Herbst 2027 vorgesehen.

Mit der Kombination aus Grundschule, Sporthalle und Wohnungen bekommt das neue Viertel damit ein Gebäude, das in Hessen bislang einmalig ist – und zeigen soll, wie sich knapper städtischer Raum mehrfach nutzen lässt.

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