Nachwuchs bei den Großen Ameisenbären

Im Mai 2017 begann für die Großen Ameisenbären INES und FALIN mit dem Umzug nach Frankfurt ihr gemeinsames Leben in der Südamerika-Anlage Ukumari-Land. Und offensichtlich gefällt ihnen das, denn am 30. Juni kam ihr erster gemeinsamer Nachwuchs zur Welt.
Die zweieinhalb Jahre alte INES kam im Frühjahr 2017 aus dem Zoo Zlín-Lešná in Tschechien nach Frankfurt. Das etwa gleichaltrige Männchen FALIN kam zur selben Zeit aus dem Kölner Zoo an den Main. Damit sind nach 23 Jahren erstmals wieder Große Ameisenbären im Frankfurter Zoo zu sehen.

Ameisenbären sind grundsätzlich Einzelgänger, in Zoos kann man sie aber auch gut als Paar halten. FALIN und INES haben sich schnell aneinander gewöhnt und allem Anschein nach gut verstanden. Aber die zierliche INES musste zunächst noch etwas wachsen und Gewicht zulegen, bevor sie mit FALIN das Gehege in der Südamerika-Anlage Ukumari-Land teilen konnte. Dann ging aber alles recht schnell: Nach der Tragzeit, die in der Regel 181-184 Tage beträgt, brachte INES am 30. Juni ihr erstes Jungtier zur Welt.

„Wie bei Ameisenbären üblich, trägt INES ihr Junges auf dem Rücken. Gut lässt sich dabei erkennen, wie die Fellzeichnung des kleinen Männchens mit der Zeichnung der Mutter verschmilzt. Der so entstehende Tarneffekt hilft, den Nachwuchs vor Feinden zu schützen“, erklärt Zootierärztin Dr. Nicole Schauerte, die sich gemeinsam mit dem Team darüber freut, dass es mit dem Nachwuchs bei der gefährdeten Art so schnell und reibungslos geklappt hat und sich das Kleine so gut entwickelt.

Das war nicht immer so: 1951 zeigte der Frankfurter Zoo erstmals Große Ameisenbären, aber erst Anfang der 1970er Jahre gelang die Zucht. Allerdings überlebten die Jungtiere jeweils nur kurze Zeit. Die Haltung Großer Ameisenbären ist anspruchsvoll – vor allem in Hinblick auf die Ernährung. Forschung und Erfahrung haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, die Tiere und ihre Ansprüche besser kennenzulernen und die Haltung zu optimieren.
Große Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) sind weit verbreitet in Mittel- und Südamerika, aber überall selten. Sie leben sowohl in der Savanne als auch im Regenwald, man bekommt sie im Wald aber viel seltener zu Gesicht. Sie sind die größten Vertreter der Ameisenbären. Die kleineren Verwandten, die schwarz-weiß-gezeichneten Tamanduas, kann man im Grzimekhaus des Frankfurter Zoos beobachten. Laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt der Große Ameisenbär als gefährdet.

Vor allem der Verlust ihres Lebensraums durch Abholzung, industrielle Landwirtschaft und Buschbrände, aber auch Jagd und der Autoverkehr lassen die Bestände seit Jahren schrumpfen.
Einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Lebensraums des Großen Ameisenbärs leistet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt seit 2014 im südamerikanischen Guyana. Zusammen mit der nationalen Schutzgebietsbehörde hilft die ZGF, das Wildnisgebiet Kanuku Mountains zu bewahren. Das Kanuku Schutzgebiet umfasst mehr als 6.000 Quadratkilometer ursprüng-lichen und unbewohnten Regenwald. Eine umfangreiche Untersuchung der ZGF mit Kamerafallen hat neben dem Großen Ameisenbär auch Jaguare, Tapire und viele weitere, andernorts leider bereits selten gewordene Tierarten nachgewiesen. Kanuku bedeutet Wald in der Sprache der Wapishana-Indigenen, die in der Umgebung der Kanuku Mountains leben.

Weitere Projektinformationen zum ZGF Kanuku Mountains Projekt in Guyana unter: https://fzs.org/de/projekte/schutz-der-kanuku-berge-guyana/

Quelle: Zoo Frankfurt

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